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Mantrailing mit Hund: Die Rettungshunde Ausbildung zum Personenspürhund

Werden Personen vermisst, ist es oft die Nase eines Hundes, die sie ausfindig machen kann. Doch wie kann ein Hund Mantrailing lernen, also gezielt Personen aufspüren und nicht einfach der nächsten Leckerei hinterher zu jagen? In diesem Spezial-Interview stellt Haimo Ziegeleder sich und seine Arbeit als selbständiger Mantrailing-Hundetrainer vor.

Mantrailer Trainer – der Werdegang

Haimo Ziegeleder aus Salzburg ist hauptberuflich Hundetrainer mit dem Schwerpunkt Personensuche – Mantrailing. Er arbeitet seit 40 Jahren ehrenamtlich in einer Non Profit Rettungsorganisation und seit über 10 Jahren dort auch als Hundeführer, seit ca. 7 Jahren als Mantrailing-Trainer. Er selbst führt einen geprüften Labrador, mit dem er regelmässig Einsätze absolviert. Als selbstständiger Mantrailing-Hundetrainer bildet er mit grosser Leidenschaft Hundeteams für Einsatz, Sport und Hobby aus. Wichtig für ihn ist dabei, dass Hund und Mensch viel Spass und Freude an dieser Sucharbeit haben. Denn Mantrailing mit Hund kann man so gut wie überall durchführen – der Hund hat seine Nase immer dabei und man ist nicht auf ein bestimmtes Trainingsgelände angewiesen. Das macht Mantrailing zu einer ganz besonderen Freizeitbeschäftigung und einem fantastischen Hobby, dem der Hund mit grosser Begeisterung nachgehen kann und dass ihn noch dazu ganz fabelhaft auslastet. Für Haimo war es jedenfalls so, dass ihn das Interesse und die Freude an dieser Arbeit so fasziniert haben, dass er vor 2 Jahren seine gemeinnützige Arbeit um die Tätigkeit als selbständiger Trainer mit „dog@work–mantrailing“ erweitert hat.

Welche Aufgaben hat ein Rettungshund?

Es gibt unterschiedliche Sparten und Ausbildungen in der Rettungshundearbeit. Da gibt es die Flächensuchhunde für die Suche in offenen, grossen Gebieten wie Wiesen, Auen, Waldstücken und Wegrandsuchen. Dann gibt es die Lawinensuchhunde – sie suchen nach verschütteten Personen im Schnee. Und es gibt die Trümmersuchhunde – diese suchen in eingestürzten Objekten nach überlebenden Personen. Diese Hunde sind reine Stöberhunde die nach irgendeinem menschlichen Geruch suchen, so nahe wie möglich an die Person vordringen, dann die Person mit gelernten Bildern vergleichen (z.B.: sitzende oder liegende Person, Verletzung, Verwirrtheit, etc.). Treffen die gelernten Parameter zu, dann wird, meist durch verbellen, die Person angezeigt.

Und dann gibt es die Mantrailer. Mantrailer werden bei uns vor allem bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt – in den USA ist diese Art der Suche auch sehr beliebt bei der Verbrecherverfolgung. Das Einsatzgebiet ist vielfältig, so können diese Hunde hinzugezogen werden, wenn Personen aus Betreuungseinrichtungen abgängig sind, Kinder von Spielplätzen verschwinden, Wanderer vermisst werden oder auch im besonders tragischen Fall, wenn Menschen nach einer Suizid-Ankündigung abgängig sind. Im Gegensatz zu den anderen erwähnten Suchhunden ist ein Mantrailer darauf ausgebildet, nach einem ganz bestimmten menschlichen Geruch (Individualgeruch) der vermissten Person zu suchen, den der Hund bei Suchbeginn als Referenzgeruch präsentiert bekommt. Hat der Hund die Spur aufgenommen, so kann er sie im besten Fall bis ans Ziel verfolgen – dies hängt aber immer vom Alter der Spur und den vorherrschenden Witterungsbedingungen ab.

Da mein Spezialgebiet das Mantrailen ist werde ich mich im folgenden Grossteils auf dieses Thema beschränken.

Rettungshunde Ausbildung: Kann jeder Hund ein Rettungshund werden?

Ein Rettungshund sollte wesensstark sein und ein offenes, neugieriges Wesen haben – Menschenfreundlichkeit und Freude an gemeinsamen Aktivitäten mit seinem Frauchen oder Herrchen gehören auch dazu. Ausserdem sollte ein Rettungshund mit den unterschiedlichsten Umwelteinflüssen und Untergründen vertraut sein und ein guter Futter- bzw. Spieltrieb sind wichtig, um den Hund bei der Rettungshunde Ausbildung belohnen zu können. Da die Rettungshundearbeit auch Kondition und Ausdauer – also eine gute Fitness – erfordert, kann nicht jeder Hund ein Rettungshund werden – zu kleine oder zu schwerfällige Hunde sowie Hunde mit kürzeren Nasen sind weniger geeignet. Ganz klar muss man auch sagen, dass nicht jeder Hund, aufgrund seines persönlichen Charakters, in die höchste Liga der Rettungshundearbeit kommen wird. Wie beim Menschen auch, sind die Charaktere der Hunde verschieden und ein ausgeprägter „Finderwille“ gehört nun mal dazu. Aber nahezu jeder Hund kann die Rettungshundearbeit im sportlichen Bereich erlernen.

Gibt es ein Mindest- oder Höchstalter für den Trainingsstart bzw. die Rettungshunde Ausbildung?

Grundsätzlich kann man in sehr kleinen, spielerischen und lustigen Schritten, als Welpe ab der ca. 10. Lebenswoche beginnen. Für das Höchstalter sollte man sich überlegen, dass die Ausbildung zum Einsatz geprüften Mantrailer ca. zwei bis drei Jahre in Anspruch nimmt und dann der Hund noch einige Zeit in den Einsatz gehen soll. Ich persönlich würde das absolute Höchstalter für den Trainingsstart zum Einsatzhund so bei 4 Jahren ansetzen.

Gibt es Hunderassen, die besonders geeignet sind für das Mantrailing bzw. die Rettungshunde Ausbildung?

Ja, es gibt natürlich Hunderassen, die bessere Eigenschaften zum Mantrailing mitbringen. Dazu zählen unter anderem Schweisshunde und Jagdhunde. Das soll jetzt aber nicht heissen, dass andere Hunderassen ungeeignet sind!

Welche Kriterien müssen die Besitzer erfüllen, um Mantrailing zu machen?

In Wirklichkeit gilt das, was für unsere Spürnasen gilt, auch für uns – damit meine ich: Wer sich gerne bei jedem Wetter draussen aufhält, die nötige geistige und körperliche Fitness sowie Geduld und Ausdauer für die oft anstrengende Suche aufbringt und Menschen mag, der ist in der Rettungshundearbeit richtig. Ausserdem sollte man teamfähig sein – denn eine Suche ist immer Teamarbeit und nicht zu vergessen: Man sollte Freude daran haben, mit seinem Hund gemeinsam zu arbeiten und zu lernen sowie genügend Geduld und Zeit aufbringen wollen, seinen Vierbeiner auszubilden.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Rettungshund?

Das ist von Sparte zu Sparte unterschiedlich. Der Mantrailer benötigt zur Ausbildung etwa zwei bis drei Jahre. Da der Hund mit dem Hundeführer als Team ausgebildet wird kommt es immer auch auf die jeweiligen Charaktere von Mensch und Hund an, wie schnell sie gemeinsam etwas erlernen und umsetzen können.

Wie oft wird geübt bei einer Mantrailing Ausbildung?

Meiner Erfahrung nach hat man gute Lernerfolge wenn man bei jungen Hunden ein Training pro Woche absolviert. Wenn der Hund dann etwa ein Jahr ist, kann man auf zwei Trainings pro Woche erweitern. Wenn das Mantrailing Team die Einsatzfähigkeit erreicht hat, wäre ein weiteres wöchentliches Training wünschenswert.

Wie sieht eine typische Trainingseinheit beim Mantrailing aus und wie gestaltet sich der Alltag eines Mantrailers?

Jede Trainingseinheit sieht anders aus. Da kein Hund gleich lernt wie ein anderer Hund muss ich als Trainer ganz individuell von Team zu Team vorgehen. Je nach Ausbildungsstand werden so die Trainings gestaltet. Bei Junghunden wird noch spielerisch und lustig eine einfache Geruchsspur um 2 oder 3 Ecken verfolgt, bei fortgeschrittenen Hunden sind dann die Trainings schwerer, da kommen schon komplexere Aufgabenstellungen vor. Da der Mantrailer immer als Team mit seinem Hundeführer arbeitet, wird auch dieser vor kniffelige Aufgaben gestellt, damit lernt er bei Schwierigkeiten in der Suche seinen Hund optimal zu unterstützen.

Egal wie gut oder schwer ein Training absolviert oder gestaltet wurde, das wichtigste ist, dass ein Team immer mit einem positiven Abschluss nach Hause fährt. Deshalb kann auch nie genau gesagt werden wie lange ein Training dauert.

Welche Schwerpunkte hat die Ausbildung?

Themenbereiche in der Ausbildung sind unter anderem:

  • Individualgeruch – Geruchsentstehung und Geruchsverbreitung
  • Kartenkunde und Navigation mit und ohne GPS
  • Erste Hilfe bei Mensch und Hund
  • Kommunikationsmittel
  • Wie funktioniert die Nasenarbeit des Hundes
  • Wie lernt der Hund
  • Tierschutz und Tierwohl

Welche Dinge muss der Hund lernen, um ein Mantrailing - Rettungshund zu werden?

Der Hund lernt anhand des präsentierten Referenzgeruchs die Spur (den Trail) aufzunehmen und bis an das Ende zu verfolgen. Wie auch bei uns Menschen, kommt zum Erlernten die Erfahrung hinzu und das Gesamtpaket macht dann einen guten Rettungshund aus.

Was sollte man zum Mantrailing mit Hund noch wissen?

Ähnlich wie bei vielen anderen Dingen auch, braucht es beim Mantrailing eine gute Ausbildung und Zeit, in der Hund und Mensch mit der Erfahrung reifen können. Je älter ein mantrailender Hund wird – je länger er Erfahrungen sammeln konnte, umso souveräner und selbstständiger kann er bei der Arbeit Entscheidungen treffen.

Wie läuft ein echter Mantrailing Einsatz ab?

Da jeder Real Einsatz anders abläuft, ist es schwer, einen zu beschreiben. Auch gibt es von den (Bundes-) Ländern her unterschiedliche Gegebenheiten und Vorgaben. Am Beginn steht zumindest immer die Alarmierung – also unser Auftrag. Je nach Auftraggeber (z.B. Blaulichtorganisationen) gestalten sich die Einsätze dann nach deren Wünschen und Bedürfnissen. Wichtig sind im Einsatz Teamfähigkeit und Flexibilität aller Beteiligten.

Wer entscheidet, wann ein Rettungshund zum Einsatz kommt – an wen muss man sich wenden, wenn man einen Rettungshund braucht?

Grundsätzlich ist die Vermisstensuche immer Polizeiarbeit. Diese sollte deshalb auch immer erster Ansprechpartner sein, wenn man jemanden vermisst. Die Polizei entscheidet dann, ob eigene Hunde oder Hunde von Partnerorganisationen eingesetzt werden. Suchhunde kann man auch über die Rettungsleitstellen (z.B. Rotes Kreuz) anfordern. Diese leiten dann die Informationen an die jeweils zuständigen Stellen weiter.

Wie kommt man als Interessent zu einem Rettungshund? Wird der ausgebildete Rettungshund vermittelt oder bildet man ihn selbst aus?

Der künftige Rettungshund wird vom Hundeführer selbst ausgesucht und bezahlt – somit ist ein Rettungshund auch im Eigentum des Hundeführers. In der Praxis hat man einen Familienhund, der einer Arbeit nachgeht. Grundsätzlich bildet der Hundeführer seinen Hund selber aus. In den meisten Hundestaffeln ist es so, dass die Ausbildung kostenfrei ist, wenn man sich nach der Ausbildung für Einsätze zu Verfügung stellt. Auch hier muss man sagen, dass ein engagierter Hundeführer vermutlich zusätzliche Ausbildungen und Trainings absolviert – auch ausserhalb der jeweiligen Organisation.

Welchen Einfluss hat das Futter bei der Ausbildung eines Rettungshundes?

Aus der Praxis kann man sagen, dass nur ein gesunder Hund optimal arbeiten kann und daher ist für mich klar, dass nur ein qualitativ hochwertiges Futter für einen Arbeitshund in Frage kommt. Als Einsatzhundeführer fordert man von seinem Hund Leistung, also muss man seinen vierbeinigen Partner mit optimaler Ernährung unterstützen. Hier arbeiten wir sehr erfolgreich mit Naturavetal zusammen.

Welche Qualifikationen muss man als Trainer erfüllen, um einen Rettungshund ausbilden zu dürfen?

Als Trainer muss man die Teams mit sehr viel Einfühlungsvermögen individuell durch die Trainings begleiten. Fehler die in der Ausbildung passieren kosten später viel Zeit, um sie zu korrigieren.

Ein Mantrailing Trainer für Rettungshunde sollte natürlich selber einen eigenen Hund zur Einsatzfähigkeit gebracht haben und Erfahrung bei Realeinsätzen gesammelt haben.

Gibt es hier besondere Zertifizierungen?

Mantrailing ist noch immer eine sehr junge Sparte in der Rettungshundearbeit. Viel Wissen darüber kam in den ersten Jahren aus den USA von den Mantrailern der Strafverfolgungsbehörden. Dieses Wissen wurde für unsere Bedürfnisse in der Personensuche angepasst.

Mantrailing hat sich zu einem wahren Trend entwickelt – viele Vereine aber auch private Trainer bieten Ausbildungen zum Mantrailing-Trainer an. Über die Qualität dieser Ausbildungen muss sich jeder Interessent selber ein Bild machen.

Mantrailing und Naturavetal – unser Resümee

Wir haben schon immer mit Begeisterung verfolgt, wie Hunde den Alltag von Menschen bereichern können. Die Bindung zwischen einem Hund und seinem Halter wird nachhaltig gestärkt, wenn der Halter seinem Hund Aufgaben vermitteln kann, die der Hund dann erfolgreich umsetzen kann. Insbesondere, wenn diese Aufgaben in einem Bereich stattfinden, die der Natur des Hundes entsprechen, können Hund und Halter besonders davon profitieren. Deswegen ist das Mantrailing ein derart spannender Bereich, da hier Kommunikation und Bindung zwischen Hund und Halter, sowie Nasenarbeit, Bewegung und Ausdauer auf Seiten des Hundes eine grosse Rolle spielen.

Der Hund muss regelmässig Höchstleitungen darbieten, daher ist eine natürliche Fütterung mit Canis Plus®, die den Hund mit allem versorgt, was er als Extremsportler braucht, sehr wichtig. Das Futter kann einen grossen Einfluss auf das Verhalten des Hundes nehmen und seine Leistung und Ausdauer nachhaltig beeinflussen. In unserem Ratgeber „Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Verhalten beim Hund“ erfahren Sie mehr dazu.

Ein lieber Gruss am Schluss

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei Haimo Ziegeleder für den spannenden Bericht und den Einblick hinter die Kulissen und hoffen, dass wir bei einigen versteckten Talenten das Interesse für ein neues, spannendes Hobby geweckt haben! Sie können die Arbeit von Herrn Ziegeleder und seinem Gizmo auf dieser Seite weiterverfolgen: www.dogatwork.at

Unser Expertenteam hilft Ihnen bei all Ihren Fragen gerne persönlich weiter. Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 10.00 bis 15.30 Uhr und freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr unter der Telefonnummer +41 71 523 00 40 oder per E-Mail: info@naturavetal.ch.

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